LOKAL ANGEBAUTER KUNSTSTOFF AUS DEM WALD

Ein Umweltheld in Reichweite

Lokal angebauter Kunststoff, grüner Kunststoff oder klimafreundlicher Kunststoff. Viele Bezeichnungen für dasselbe, aber worum geht es hier eigentlich? Einfach ausgedrückt wird lokal angebauter Kunststoff oder grüner Kunststoff aus Biomasse aus dem Wald hergestellt. Mit anderen Worten: die Restprodukte nach dem Fällen von Bäumen in Form von Ästen, Spitzen, Rinde und Sägespänen.

Hinter dem Durchbruch, Rohstoffe aus dem Wald in Biokunststoff zu verwandeln, steht die lange und intensive Forschungsarbeit eines Unternehmens mit dem Namen SEKAB. Das Unternehmen ist passenderweise auf dem Gelände der führenden Bioraffinerie Europas angesiedelt, die Rohstoffe aus dem Wald als Grundlage verwendet. Die Bioraffinerie liegt in Domsjö in der Nähe von Örnsköldsvik in Schweden und in SEKABs Demonstrationsanlage „Biorefinery Demo Plant“ findet Forschung zusammen mit Testläufen statt, was schließlich zur Entwicklung der neuen Technik führte.

Was lokal angebauten Kunststoff angeht, so begann vieles bereits 2014. Damals startete SEKAB das Projekt „Lokal angebauter Kunststoff“ und leitete eine enge Zusammenarbeit mit Trioplast, Sveaskog, Södra, Borealis, Tetrapak, Norgesgruppen, Polarbröd und ICA ein.  Das Ziel besteht darin, zusammen eine Wertschöpfungskette einzurichten, die den ganzen Weg vom Wald bis zu fertigen Produkten wie z. B. Tragetaschen, Milchverpackungen und Windeln abdeckt.

Heute finden sich sowohl Technik als auch Wissen am Platz, jedoch noch keine industrielle Produktion von aus dem Wald stammenden Kunststoff. Trioplast, SEKAB und die anderen Interessenten arbeiten nun daran, das Pilotprojekt in die nächste Phase zu führen, eine vollständige Produktionsanlage, wobei der erste Schritt darin besteht, Geldgeber für einen Teil des Projekts oder das ganze Projekt zu finden.

Die Vorteile einer Umstellung auf biobasierten Kunststoff sind zahlreich – nicht zuletzt aus der Umweltperspektive. Untersuchungen zeigen, dass die Kohlendioxidbelastung durch vorhandene Bio-Polyethylenlieferanten geringer ist als bei fossilem Kunststoff. Das ist positiv, aber wenn wir mit der Produktion von zellulosebasiertem Kunststoff in Gang kommen, können wir die Kohlendioxidbelastung hoffentlich noch weiter senken.